Was tun gegen Zähneknirschen?

Was würde dagegen sprechen, selbst etwas gegen das Zähneknirschen (BRUXiSMUS) und Zähne und Kieferzusammenpressen zu tun?

  1. Etwas achtsamer mit sich umgehen (hilft auch auf vielen anderen Gebieten)!
  2. Sich beobachten – dann werden viele feststellen, daß auch tagsüber die Zähne im wahrsten Sinne des Wortes zusammen gebißen werden.
  3. Kurz innehalten – Stopp mit dem Zähnekirschen, -zusammen beißen, Kiefer pressen!

Und – wenn dieses Zähne zusammenbeissen erst mal bewußt wahrgenommen wird, kann auch sofort etwas dagegen unternommen werden.

Z.B. erst mal den Unterkiefer lösen und atmen, bewußt atmen.
Das geht immer und überall.

Noch kurz überlegen:
Was ist/war der Auslöser?
Was hat mich veranlaßt die Zähne zusammen zu beißen, die Kiefer zusammen zu pressen?
Was soll unterdrückt werden?
Was  darf nicht „raus“?

Achten Sie auf Ihr Gefühl, z.B.

  • ich fühle Aggression
  • ich empfinde Wut
  • ich werde nicht ernst genommen
  • ich fühle mich überfordert, nicht verstanden, hilflos etc.

Das sind unter anderem Auslöser, die Zähne zusammen zu beißen, die Kiefer aufeinander zu pressen.

Das kann zur Folge haben, daß ein Mechanismus in Gang gesetzt wird, wie z.B.:

Ärger –> Stress (An-Spannung) –> Zähne zusammen beißen

Was dann zu einer Gewohnheit (einer ziemlich ungesunden) werden kann.

Beobachten Sie doch selbst, wann und wodurch dieser „Mechanismus“ – diese „Routine“ bei Ihnen in Gang gesetzt wird.

Wenn Sie sich dessen bewußt werden, können Sie diese Gewohnheit/Routine durch etwas für Sie weniger Belastendes ersetzen. Und auch hier ist ein „erst mal Durchatmen“ schon ein Anfang.

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten dem Zähneknirschen (Bruxismus) aktiv und effektiv entgegen zu wirken. Das kann individuell sehr verschieden sein. Wichtig –  es soll für Sie einfach umzusetzen sein und vor allem, es muß für Sie passen.

Dampf ablassen statt unter Druck stehen

Kinder sind heute vielen Stressfaktoren ausgesetzt. Der Druck auf der Seele sucht sich natürlich einen Weg aus dem Körper. Viele Kinder knirschen dann mit den Zähnen oder pressen sie aufeinander. Wird der Mund ständig oder über längere Zeit als Stressventil benutzt, besteht die Gefahr, dass die Gesundheit nachhaltig Schaden nimmt. Dies betrifft nicht nur die Zähne. Auch Kopfschmerzen und Nackenverspannungen können die Folge sein.

Der Gang zum Kieferorthopäden ist ein wichtiger Schritt. Er kann zunächst die Zähne durch eine speziell angepasste Schiene schützen. Damit aber auch die Ursachen des Zähneknirschens behoben werden können, sollte man jedoch tiefer ansetzen. Kindgerechtes Mentaltraining, Entspannungsmethoden und ein regelmäßiges Training zur Kieferbalance, das Kinder leicht selbst durchführen können, sind eine sinnvolle und erfolgversprechende Ergänzung.

Nächtliche Ruhestörer

Oft sind die Partner die ersten, die Betroffene auf ihre nächtliche Schwerstarbeit aufmerksam machen. Mit dem Knirschen der Zähne werden sie nämlich um den Schlaf gebracht. Die Knirscher selbst merken oft gar nichts davon, wundern sich aber am Morgen über scheinbar unerklärliche Kiefer- und Nackenschmerzen. Doch Zähneknirschen stellt nicht nur die friedliche Partnerschaft auf die Probe, sondern schädigt den ganzen Organismus nachhaltig.

Zähneknirschen als Ursache für Tinnitus

Wer unter ständigen Ohrgeräuschen leidet, sollte seinen Zahnarzt aufsuchen. Denn Tinnitus kann auch mit  einer verspannten Kiefermuskulatur, verursacht durch Zähneknirschen, zusammenhängen. Wird die Kaumuskulatur durch das Zähneknirschen ständig überbeansprucht, kann sich das auf das Innenohr auswirken, so dass ein unangenehmes Pfeifgeräusch entsteht. Die feinen Haarzellen im Innenohr können durch Zähneknirschen gleich stark geschädigt werden wie durch einen Hörsturz oder dauerhaft starke Beschallung.

Schwerstarbeit mit Folgen

Zähneknirschen (med. Bruxismus) kann schwerwiegende Folgen haben. Der ständige Druck und die permanente Bewegung des Aufeinanderreibens der Zähne wirken sich zunächst negativ auf die Zähne, das Zahnfleisch, die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke aus. Zähne können sich verschieben oder sich lockern. Schlimmstenfalls kann es zur sogenannten Kiefergelenkssperre kommen. In diesem Fall kann man den Mund nicht mehr richtig öffnen und schließen. Mit der Zeit nehmen die Muskelverspannungen zu, die Kau- sowie Hals- und Nackenmuskulatur können sich verhärten. Die Betroffenen leiden häufig unter Kopfschmerzen. Auch Tinitus kann auf Zähneknirschen zurück geführt werden.

Ist Zähneknirschen bei Kleinkindern problematisch?

Im Gegensatz zum Jugend- und Erwachsenenalter ist Zähneknirschen bei Kleinkindern bis etwa drei Jahren ganz natürlich und ein Bestandteil der Entwicklung. Durch das Aufeinanderreiben der Milchzähne schleifen sich die Kauflächen ab, so dass die obere und untere Zahnreihe exakt zusammenpassen. Zahnärzte sagen dazu, die Kleinen „beißen ihre Zähne ein“.

Hilfe für kleine Knirscher

Warum Kinder so häufig mit den Zähnen knirschen, kann nicht mit Bestimmtheit geklärt werden. Angespanntheit oder Stress sind jedoch eine häufige Ursache für kindliches Zähneknirschen. Leiden Kinder unter schulischen oder familiären Problemen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder zu knirschen beginnen, um ein Vielfaches höher.

Wenn Sie entdecken, dass Ihr Kind knirscht, ist ein Besuch beim Zahnarzt empfehlenswert. Dieser wird die Zähne Ihres Kindes auf beschädigten Schmelz und auf kieferorthopädische Probleme untersuchen, er wird auf ungewöhnliche Abnützung der Zähne, auf Risse in der Zahnhartsubstanz, Empfindlichkeit und eventuelle psychologischen Faktoren, die zum Knirscherverhalten beitragen könnten, achten. Sinnvoller Weise erstellt er einen ganzheitlichen Behandlungsplan. Dieser umfasst neben möglichen Schutzmaßnahmen (Aufbiss-Schiene) vor allem auch physiotherapeutische, osteopathische und/oder psychotherapeutische Maßnahmen. Dieser Maßnahmenplan kann mit kindgerechtem Mentaltraining sinnvoll ergänzt werden.